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Jahresstatistik 2020

Rückblick

Das Jahr 2020 war geprägt von der Corona-Pandemie und hat dadurch die Arbeit des Lotsenpunktes nachhaltig beeinflusst.

Bis zum Lock-Down Mitte März haben noch 22 offene Sprechstunden stattgefunden. Danach wurden Beratungen nur nach Terminabsprache, telefonisch oder durch Hausbesuche durchgeführt.

Insgesamt haben 209 Beratungen stattgefunden, davon fanden 136 Beratungen telefonisch statt, 37 durch Hausbesuche und 36 in terminierten Gesprächssituationen.

Aktuell unterstützen 10 ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter die Arbeit des Lotsenpunktes Hennef und die hauptamtliche Koordinatorin. Davon ist eine Mitarbeiterin im Bereich der Caritas Hennef-Bröl beratend angegliedert. Eine weitere Mitarbeiterin ist im Herbst neu dazugekommen und befindet sich noch in der Einarbeitungsphase.

Die anderen acht ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter waren in der Beratung, der Einzelfallhilfe und Öffentlichkeitsarbeit tätig. Ungezählte Ehrenamtsstunden wurden hier den Hilfesuchenden geschenkt.

Nachdem die Beratung in der offenen Sprechstunde nicht mehr möglich war, zeigte sich zunächst ein Rückgang der Anfragen. Eine große Unsicherheit der Menschen war deutlich bemerkbar. In dieser Zeit hat der Lotsenpunkt Hennef sich mit einer kleinen Gruppe von fünf Frauen am Nähen von Mund-Nasen-Masken für das Helenenstift Hennef beteiligt.

Außerdem konnte Stiftungsgeld aus der „Aktion Neue Nachbarn“ beim Erzbistum Köln beantragt werden. Mit diesem Geld wurden Bastelpakete für Familien mit Kindern gepackt, die, vor Ostern, an bedürftige Familien, die Erstkommunionkinder und an die Familien der Kitas St. Michael und St. Simon und Judas, verschenkt wurden.

Zudem wurden eingefrorene Suppen, die mit Gemüsespenden von Köchen zubereitet wurden, die regulär wegen Corona nicht arbeiten konnten, an Haushalte bedürftiger Familien mit Kindern verteilt.

Nach der Phase der Lähmung und Ruhe, kam die große Nachfrage nach Beratung. Viele Menschen hatten Probleme eine Arbeit zu finden, kamen in Kurzarbeit und damit in finanzielle Not. Laufende Zahlungen wie Miete und Stromzahlungen wurden gestundet. In dieser Zeit war der Lotsenpunkt nicht offen erreichbar, die telefonischen Beratungen führten jedoch zu reichlich Mehrstunden. Bereits Anfang September wurde die Marke an Beratungen erreicht wie im Vorjahr Ende Dezember.

Ebenfalls stieg die Anzahl der Hausbesuche. Besonders bei älteren und behinderten Menschen wurde in dieser Zeit dieses Angebot erweitert. Andere Dienste wie die Begutachtung durch den MDK haben lediglich telefonisch stattgefunden. Hier haben wir die Erfahrung gemacht, dass dies z.B. bei dementiellen Veränderungen unzureichend ist und dadurch ein Mehraufwand an schriftlichen Widersprüchen notwendig machte. Der persönliche Nicht-Kontakt durch andere Stellen verursachte Leid und oft auch existentielle Not bei den Familien. Der Lotsenpunkt Hennef war dagegen das gesamte Jahr auch persönlich für die Nöte der Menschen erreichbar und hat sich außergewöhnlich stark für die Anliegen seiner Klienten eingesetzt.

Die Mitarbeiter des Lotsenpunktes Hennef haben weiterhin an fallunabhängigen Vernetzungs- und Kooperationsveranstaltungen teilgenommen. Diese fanden zum Teil persönlich bis Mitte März im gewohnten Umfang, bis August in Freilufttreffen und danach online statt:

  • Lotsenpunkttreffen (12.2.; 19.08.; 19.12.2020)
  • Steuerungsgruppe (23.01.; 26.08.; 02.12.2020)
  • AGG-Schulung (20.01.2020)
  • Netzwerktreffen soziale Hilfen im Interkult (28.01.2020)
  • Fachtag Lotsenpunkte mit den Workshops „Hilfen im Alter und bei Pflegebedürftigkeit“ und „Hilfen in finanziellen Notlagen“ (14.09.20)
  • Online-Fachtagung „Syrien-Was bleibt, wenn nichts mehr bleibt?“ (08.10.2020)
  • Fachtag Lotsenpunkte online „Methoden und Instrumente der Öffentlichkeitsarbeit“ (18.11.2020)
  • Digitale Sprechstunde „Welche Messenger-Dienste eignen sich im sozialen Engagement?“ (09.06.2020)
  • Digitale Sprechstunde „Umgang mit MS Teams“ (08.09.2020)

Die geplante Beteiligung am Seniorentag am 25.04.2020 durch einen Informationsstand in der Gesamtschule Hennef-West musste durch Absage des Anbieters auf unbestimmte Zeit verschoben werden.

Zum Welttag der Armen am 15.11.2020 unterstützte der Lotsenpunkt Hennef eine Postkartenaktion. Es wurden 50 Postkarten nach Berlin zum Bundesminister für Arbeit und Soziales Hubertus Heil versandt, mit der Bitte, auf politischer Ebene gegen die Ursachen von Armut zu kämpfen.
Vor Weihnachten wurden wie bereits traditionell auch in den letzten Jahren Pakete der Altenhilfe an bedürftige Seniorinnen und Senioren in Hennef verteilt.

Im Bereich der Öffentlichkeitsarbeit wurden alle Hennefer Schulen vor den Sommerferien angeschrieben und über die Arbeit des Lotsenpunktes informiert. Gesprächstermine wurden angeboten.

Das am 27.09.2020 geplante Benefizkonzert mit der Domkantorei Köln in der Kirche St. Michael Geistingen musste leider situationsbedingt ausfallen. Wir hoffen, dass dieses Konzert nach Verbesserung der Corona-Lage evtl. im Herbst des kommenden Jahres angeboten werden kann.

Der Lotsenpunkt Hennef wurde in das Ehrenamtsportal des DiCV Köln aufgenommen. Auf diesem Weg können sich nun potentiell interessierte Ehrenamtliche melden.

Weiterhin ist der Lotsenpunkt Hennef auf dem neuen Seniorenportal Hennef als Hilfeanbieter für Senioren, Pflegebedürftige und deren Familien aufgeführt.

Das Netzwerk wurde in diesem Jahr erweitert durch persönliche Kontakte und Gespräche mit Fr. Rutz, die in der Organisation Hope`s Angel in St. Augustin arbeitet. Diese Organisation begleitet Familien beim Frühtod ihres Kindes durch Fehl- oder Todgeburt, Säuglingstod oder nach pränatal-medizinischer Diagnose. 

Letztlich konnte der Kontakt zu Fr. Medina de Schüring aufgebaut werden, die im Kreisdekanat Rhein-Sieg für die „Aktion Neue Nachbarn“ zuständig ist.

Ausblick

Im Herbst 2021 feiert der Lotsenpunkt Hennef sein fünfjähriges Bestehen. In dieser Zeit hat sich vieles getan. Viele Kontakte im Netzwerk wurden aufgebaut und gepflegt und vielen Menschen konnte geholfen werden.

Im Jahr 2021 werden wir weiterhin allen Menschen, die in Hennef wohnen, beratend und vermittelnd zur Seite stehen. 

Solange keine offenen Sprechstunden stattfinden dürfen, erreichen uns die Menschen telefonisch und online. Persönliche Termine und Hausbesuche werden weiterhin im Rahmen der vorgeschriebenen Hygienemaßnahmen angeboten. 

Die ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter werden laufend über die Fortbildungsangebote der Caritas Rhein-Sieg und Köln geschult. Diese Schulungen laufen ungehindert der Corona-Krise mittels Videokonferenzen weiter.

Wir bedanken uns für das Vertrauen der Menschen, die unsere Arbeit durch Geld- und Sachspenden oder tatkräftige Unterstützung geholfen haben. Dadurch war es uns möglich, vielen Menschen unbürokratisch beizustehen.

Auf diese Unterstützung sind wir auch 2021 angewiesen.

Zuletzt bedanken wir uns an dieser Stelle bei allen Menschen, die mit ihren Anliegen zu uns gekommen sind. Es hat gezeigt, dass der Lotsenpunkt Hennef von den in Hennef Wohnenden angenommen wird.